Informationen für Workshop Teilnehmer

Wir verstehen unser Studio als Labor für Experimente mit Seil, Körper, (Geist) und Seele. Wir wollen eine offene, wertungsfreie Atmosphäre schaffen. Erwachsene Menschen aller sexuellen Orientierungen und Vorlieben sind hier willkommen. Wir laden Menschen ein, selbst authentisch zu sein und zu respektieren, wie andere Menschen sind. Unser Studio ist daher kein “sicherer Raum” in dem Sinne, dass alle potenziell irritierenden Themen und Situationen ausgeschlossen sind. Dies ist kein geschützter Raum für die Therapie. Wir verstehen uns als sexuell aufgeschlossen, inklusive Offenheit für BDSM. Wir verwenden auch eine explizite Sprache. Du kannst durch das, was Du siehst oder hörst, getriggert werden.

Sei Dir bewußt, dass Du diesen Experimentierraum auf eigene Gefahr betrittst. Bondage beinhaltet ein gewisses physisches und psychisches Risiko. Eure körperliche und emotionale Sicherheit ist uns sehr wichtig. Sei verantwortungsbewusst mit Dir selbst. Tue nichts, was Du im Moment nicht willst. Sagt uns rechtzeitig Bescheid, wenn Ihr etwas benötigt um Euch sicherer zu fühlen. Wir sind da, um Euch bei Eurer Erkundung zu unterstützen.

Folgende Punkte helfen Euch, das Risiko zu minimieren:

1. Achtet auf Euch

Kommt (wenn möglich) ausgeruht, mit einem leicht gefüllten Magen. Trinkt während des Workshops genug. Wir stellen Snacks und Getränke bereit. Wartet nicht auf die Pause, wenn ihr Bedarf habt. Bewusstseinsverändernde Substanzen, Alkohol und Drogen verändern die Körper- und Risikowahrnehmung, nicht nur im Bondage. Für unsere Workshops solltet Ihr deshalb nüchtern sein – wir behalten uns vor, Euch ggf. auszuschließen, da wir nicht die Verantwortung für Eurer Handeln unter Drogen übernehmen können.

Manchmal kommen beim Fesseln emotionale Themen an die Oberfläche. Ihr dürft das zulassen. Wenn Ihr Zeit für Euch oder gemeinsam mit Eurem Partner allein braucht, sagt Bescheid. Ihr könnt gerne in unserem Arbeitszimmer Abgeschiedenheit finden, wenn das für Euch wichtig ist.

2. Sprecht miteinander

Sprecht vor dem Workshop (so wie Ihr das vor gemeinsamen Sessions tut) über Eure Intentionen, Erwartungen und Grenzen. Unser Fokus im Kinbaku ist auf dem gemeinsamen Erlebnis als Paar. Daher werden wir immer wieder neben technischen Themen auch Elemente zum erotischen, intimen Spiel ansprechen. Sprecht Euch vorher ab, was für Euch individuell an Berührungen im Workshop ok ist. 

3. Macht langsam

Lasst Euch nicht in Aktionismus und Erfüllungsstress versetzen, weder von uns, noch von anderen. Wir zeigen immer eine vollständige Übung, aber Ihr müsst diese nicht unbedingt vollständig nachfesseln. Oft ist es besser, die Übung nur halb, aber dafür gut zu fesseln, als mit schlechter Technik zu versuchen „fertig“ zu werden.

Andere Paare sind vielleicht schneller – lasst Euch davon nicht beeinflussen. Bleibt bei Euch und fesselt in Eurem Rhythmus. Für die Personen im Seil, fühlt immer in Euch hinein und spürt, wie weit Ihr im Moment gegen wollt. Kommuniziert, wenn Ihr fühlt, dass Eure Grenzen erreicht sind.

4. Folgt unseren Anweisungen

Bitte folgt unseren Anweisungen. Macht im Workshop keine Experimente mit Techniken, die wir nicht gezeigt haben. Achtet auf die Details. Manchmal lassen wir Euch die Freiheit, Eure eigenen Wege zu finden, manchmal beharren wir auf einem ganz bestimmten Weg. Ihr habt uns zumindest für diesen speziellen Workshop als Lehrer gewählt: vertraut uns!

5. Macht nur das, was Ihr im Moment wollt und beherrscht

Kinbaku ist ein Weg gemeinsam ein intensives Erlebnis als Paar zu kreieren. Es geht nicht um die Kopie von starren Formen und Übungen. Was für die einen normal ist, ist für andere schon zu viel. Geht vernünftig mit Euch und Euren Grenzen um. Wenn Euch eine Technik unklar ist, und Ihr unsicher seid, ob es im Moment sicher ist: fragt nach.

Vor allem: macht nichts, was Ihr (im Moment) nicht wollt.

6. Macht Euch Notizen

Ihr dürft gerne Fotos von unseren Demonstrationen machen, aber bitte filmt nicht die volle Übung. Konzentriert Euch auf das Beobachten! Es ist auch erlaubt, Fotos und Videos von Euren eigenen Kreationen zu machen, aber bitte stellt sicher, dass keine anderen Teilnehmer auf dem Bild sind. Findet Euren eigenen Stil, Notizen zu machen.

7. Unterschätze niemals den Effekt, den das Seil auf dich hat!

Nehmt Euch nach dem Workshop etwas Zeit zum Ausruhen. Du könntest dich müde oder berauscht, ekstatisch, schwindelig usw. fühlen. Es ist sehr wichtig, nach dieser Erfahrung vorsichtig zu sein und Rücksicht aufeinander zu nehmen, auch wenn Ihr keine herausfordernde Bondage gemacht habt. Manchmal spüren wir nicht sofort, was das Seil mit uns gemacht hat, aber wir können es später fühlen. Dies gilt insbesondere für die Menschen in Seilen. Nehmt Euch lieber Zeit, um auszuruhen und die Erfahrung zu integrieren. Lasst Euch Zeit, wieder zu vollem Bewusstsein zu kommen, bevor Ihr mit dem eigenen Auto oder auch öffentlichen Verkehrsmitteln fahrt. Es ist eine gute Idee für die Partner, am nächsten Tag nach dem Workshop einzuchecken und sicherzustellen, dass alles in Ordnung ist.

Wir wünschen Euch eine schöne Zeit mit uns  Kinbaku zu entdecken!

Natascha und Alexander

Zusätzliche Materialien: 

Eine kurze Anleitung zum einvernehmlichen Fesseln und wie Du bekommst, was Du wirklich willst

Die sechs schlimmsten Fehler die Anfänger im Kinbaku immer wieder machen