Wir haben es wieder getan! Bodies under Pressure in Antwerp

Letztes Wochenende haben wir unseren aktuellen Workshop für fortgeschrittene Studenten der Community in Belgien (den Niederlanden und Frankreich) vorgestellt.
Wir können es selber kaum glauben, denn wir unterrichten dort bereits seit 5 Jahren! Unsere erste internationale Einladung als Lehrer war nach Mechelen im November 2018.

Wie schon die letzten 4 Jahre war die Shibari Lounge in Antwerpen Gastgeber für „Bodies under Pressure„. Was wir mit diesem Workshop bezwecken, habe ich im vorherigen Artikel „Decompressing“ nach unserem ersten Ansatz dazu für die Subspace Community in Prag beschrieben.

Wie in Prag, so in Antwerpen, hatten die Teilnehmer sehr gute Fähigkeiten, ein hohes Sicherheitsbewusstsein – und eine gute Einstellung. Das gab uns die Sicherheit, dieses Material zu unterrichten. Außerdem hatten die Organisatoren dafür gesorgt, dass die Gruppe homogen genug war, um diesen Lernraum außerhalb der Komfortzone zu schaffen. <3

Um ehrlich zu sein, es hat sich beängstigend angefühlt. Wenn man die strengen Regeln der Kata verlässt, wird das Gebiet sumpfig. Aber ich bin überzeugt, dass der zu erforschende Raum es wert ist.

Jetzt sagen wir beide: „Du musst es fühlen“. Woher weiß ich, dass ich in Sicherheit bin? Natasha antwortet: „Du musst es in Deinem Körper spüren“. Wie passe ich den Gote für dieses Modell, für diese Situation, für diese Stimmung, für diese Absicht an – immer noch sicher fesselnd, aber emotional? Meine Antwort: „Du musst fühlen, was richtig ist!“

Bilder von Bernard

Deshalb sind wir dankbar für die Begeisterung der Schüler, die gekommen sind. Einige von ihnen kommen immer wieder, seit jenen Novembertagen im Jahr 2018.

Um dieses Material zu teilen, müssen wir Vertrauen haben. Wir mussten auf die Fähigkeiten der Modelle und der Rigger vertrauen. Aber eigentlich geht das Vertrauen über die Fähigkeiten hinaus… Es gab wenig Ego im Raum. Keiner hatte ein Problem damit, ein Wort zu sagen, wenn er sich in Gefahr fühlte. Keine hatte ein Problem damit, die Fesseln zu lösen, wenn sei sich verfesselt hatte. Und natürlich – wenn man auf Entdeckungsreise geht, verläuft man sich auch mal. Als ich in meinem früheren Leben versuchte, zu klettern, hieß es: Wenn du nicht fällst, hast du dich nicht genug angestrengt! Aber natürlich muss es eine Sicherung geben, ein Seil…

Die Sicherheit beim Kinbaku – wenn man hoch hinaus will – sind die Grundlagen. Gute Seilführung, gute Spannung, Verständnis für Friktion, Verständnis für den Aufbau der Muster. Die Kata.

Das Erlernen der Kata, das Erlernen der Grundlagen, das ist es, was uns befähigt, mit Präsenz zu fesseln, mit dem Gefühl, uns ganz auf den Moment einzulassen.

Es war ein großartiges Wochenende. Wir haben es sehr genossen zu sehen, wie ihr fesselt und Euch verbessert. Wir haben die liebevolle Interaktion genossen, die Ihr alle als fesselnde Paare hattet. Wir haben die Gastfreundschaft genossen und die Mühe, die Marc und Jessica in die Organisation gesteckt haben. Und, ich kann es gar nicht genug betonen: wir haben die Atmosphäre der Shibari-Night genossen. Ich wünschte, ich könnte diese Art von Jam öfters besuchen…